zusammenstoppeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzu-sam-men-stop-peln (computergeneriert)
Wortzerlegungzusammen-stoppeln
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend etw. aus vielen einzelnen Teilen stümperhaft zusammensetzen, herstellen
Beispiele:
mühsam ein paar Worte, Reime zusammenstoppeln (= zustande bringen)
Aus bunten Flicken stoppelte sie ein paar Handpuppen zusammen [FusseneggerAntlitz118]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stoppel · stopp(e)lig · stoppeln · zusammenstoppeln
Stoppel f. ‘Rest des abgeschnittenen Halmes’, eine md. nd. Wortform, seit dem 16. Jh. durch Luther in der Literatursprache geläufig. Ahd. stuphila, stophila (Hs. 12. Jh.), langobard. stupla, mhd. stupfel, (md.) stupela, (rhein.) stoppele, mnd. stoppel, mnl. stoppele, nl. stoppel sind entlehnt aus spätlat. stup(u)la ‘Strohhalm’, einer Variante zu lat. stipula ‘(Korn-, Stroh)halm’. Das Wort entstammt (wie Pflanze, Sichel, Spelze und dgl.) dem römischen Ackerbau. Übertragen ‘kurzes, borstiges Barthaar’ (17. Jh.). stopp(e)lig Adj. ‘mit Stoppeln versehen’ (19. Jh.), älter stoppelicht (17. Jh.). stoppeln Vb. ‘(in den Stoppeln) Ähren lesen’ (15. Jh.), allgemein ‘sammeln’, von geistiger Arbeit ‘kompilieren’ (16. Jh.). zusammenstoppeln Vb. ‘mühsam zusammenlesen, notdürftig zusammensetzen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
zusammenflicken · ↗zusammenfummeln · ↗zusammenpfuschen · ↗zusammenzimmern  ●  ↗flickschustern  ugs. · ↗zurechtflicken  ugs. · zurechtfrickeln  ugs., regional · ↗zurechtfummeln  ugs. · zurechtstoppeln  ugs. · ↗zusammenfrickeln  ugs., regional · zusammenfriemeln  ugs., regional · ↗zusammenhauen  ugs. · ↗zusammenkloppen  ugs. · ↗zusammenschustern  ugs. · zusammenstoppeln  ugs. · ↗zusammenstückeln  ugs. · ↗zusammenstümpern  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

stoppeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zusammenstoppeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Leinen bestehen aus einfachem Leder und dürfen nicht zusammengestoppelt sein.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 27656
Der Text kann ignoriert werden, ohne ihn auch nur angelesen zu haben, er ist drittklassig zusammengestoppelt und oberflächlich bis falsch in der Wertung.
konkret, 1990
Es ist formal und gedanklich zusammengestoppelt, deklariert sich als wissenschaftliches Werk und ist doch nur ein halbgares Elaborat.
Die Zeit, 25.03.1983, Nr. 13
Ihre Stoffe sind haarsträubend zusammengestoppelt und auf äußerst gutwillige Leser angewiesen.
Süddeutsche Zeitung, 24.04.2002
Der dritte Chinese versuchte auch eine englische Konversation zusammenzustoppeln, aber da wir keine Silbe davon verstanden, halfen wir uns mit unaufhörlich lächelnder Miene.
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21643
Zitationshilfe
„zusammenstoppeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zusammenstoppeln>, abgerufen am 23.04.2019.

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