zusammenstoppeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung zu-sam-men-stop-peln
Wortzerlegung zusammen- stoppeln
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend etw. aus vielen einzelnen Teilen stümperhaft zusammensetzen, herstellen
Beispiele:
mühsam ein paar Worte, Reime zusammenstoppeln (= zustande bringen)
Aus bunten Flicken stoppelte sie ein paar Handpuppen zusammen [ FusseneggerAntlitz118]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stoppel · stopp(e)lig · stoppeln · zusammenstoppeln
Stoppel f. ‘Rest des abgeschnittenen Halmes’, eine md. nd. Wortform, seit dem 16. Jh. durch Luther in der Literatursprache geläufig. Ahd. stuphila, stophila (Hs. 12. Jh.), langobard. stupla, mhd. stupfel, (md.) stupela, (rhein.) stoppele, mnd. stoppel, mnl. stoppele, nl. stoppel sind entlehnt aus spätlat. stup(u)la ‘Strohhalm’, einer Variante zu lat. stipula ‘(Korn-, Stroh)halm’. Das Wort entstammt (wie Pflanze, Sichel, Spelze und dgl.) dem römischen Ackerbau. Übertragen ‘kurzes, borstiges Barthaar’ (17. Jh.). stopp(e)lig Adj. ‘mit Stoppeln versehen’ (19. Jh.), älter stoppelicht (17. Jh.). stoppeln Vb. ‘(in den Stoppeln) Ähren lesen’ (15. Jh.), allgemein ‘sammeln’, von geistiger Arbeit ‘kompilieren’ (16. Jh.). zusammenstoppeln Vb. ‘mühsam zusammenlesen, notdürftig zusammensetzen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
flickschustern  ugs. · zurechtflicken  ugs. · zurechtfrickeln  ugs., regional · zurechtfummeln  ugs. · zurechtstoppeln  ugs. · zusammenflicken  ugs. · zusammenfrickeln  ugs., regional · zusammenfriemeln  ugs., regional · zusammenfummeln  ugs. · zusammenhauen  ugs. · zusammenkloppen  ugs. · zusammenpfuschen  ugs. · zusammenschustern  ugs. · zusammenstoppeln  ugs. · zusammenstückeln  ugs. · zusammenstücken  ugs. · zusammenstümpern  ugs. · zusammenzimmern  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›zusammenstoppeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Leinen bestehen aus einfachem Leder und dürfen nicht zusammengestoppelt sein. [Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 27656]
Der Text kann ignoriert werden, ohne ihn auch nur angelesen zu haben, er ist drittklassig zusammengestoppelt und oberflächlich bis falsch in der Wertung. [konkret, 1990]
Es ist formal und gedanklich zusammengestoppelt, deklariert sich als wissenschaftliches Werk und ist doch nur ein halbgares Elaborat. [Die Zeit, 25.03.1983, Nr. 13]
Ihre Stoffe sind haarsträubend zusammengestoppelt und auf äußerst gutwillige Leser angewiesen. [Süddeutsche Zeitung, 24.04.2002]
Jetzt stoppelt die Zwanzigjährige sich gerade Bücher für ihr Vorphysikum zusammen. [Die Zeit, 08.03.1963, Nr. 10]
Zitationshilfe
„zusammenstoppeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zusammenstoppeln>.

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