zuschießen

GrammatikVerb · schoss zu, hat/ist zugeschossen
Aussprache
Worttrennungzu-schie-ßen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹
einen Ball in Richtung auf jmdn., etw. schießen, schnell befördern
Beispiel:
der Mittelstürmer schoss mir, dem Linksaußen den Ball zu, hat den Ball auf das Tor zugeschossen
bildlich
Beispiel:
sie schoss ihm einen bösen Blick zu (= blickte ihn böse an)
2.
mit Hilfsverb ›ist‹
umgangssprachlich auf jmdn., etw. zuschießensich schnell in Richtung auf jmdn., etw. zu bewegen, stürzen, schnell auf jmdn., etw. zugehen
Beispiele:
die Kinder sind vor Freude auf mich zugeschossen
ich schoss auf den Ausgang zu
er kam wie ein Pfeil auf mich zugeschossen (= zugestürzt)
das Boot schoss (= glitt schnell) auf uns, auf die Anlegestelle zu
3.
mit Hilfsverb ›hat‹
umgangssprachlich Geld zu etw. zuschießenetw. mit einem Zuschuss unterstützen
Beispiele:
der Staat hat viel Geld zu diesem Unternehmen zugeschossen
unsere Eltern haben viel (Geld) zu unserer Wohnungseinrichtung zugeschossen
Geld aus öffentlichen Mitteln zuschießen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schießen · vorschießen · Vorschuß · verschießen · zuschießen · Zuschuß · Schuß · Abschuß · abschüssig · Schießprügel
schießen Vb. ‘ein Geschoß abfeuern, sich schnell in einer Richtung bewegen, schnell wachsen’. Das gemeingerm. Verb ahd. skioʒan ‘schießen, schleudern, schnell bewegen’ (9. Jh.), mhd. schieʒen ‘wund- oder totschießen, schieben, stoßen, schleudern, sich schnell wie ein Geschoß bewegen’, asächs. skiotan, mnd. schēten, mnl. scieten, nl. schieten, afries. skiāta, aengl. scēotan, engl. to shoot, anord. skjōta, schwed. skjuta (germ. *skeutan). Herkunft ungewiß. Vielleicht im Sinne von ‘(sich) schnell bewegen’ verwandt mit aind. cṓdati ‘treibt an, feuert an’, lett. kūdināt, kūdīt ‘antreiben, hetzen’, aslaw. iskydati ‘hinaus-, abwerfen’, russ. kidát’ (кидать) ‘werfen’, ferner mit lit. skudrùs ‘flink’. Auszugehen ist von ie. *(s)keud- ‘werfen, schießen, hetzen’, intransitiv ‘dahinschießen, eilen, hervorschießen’, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *skē̌u- ‘werfen, schießen, stoßen’ (s. auch ↗scheu, ↗schieben, ↗Schoß) bzw. *sk̑ē̌u-, falls auch lit. šáuti ‘schießen, schnell laufen, schieben’ hierhergehört. vorschießen Vb. ‘sich heftig, schnell nach vorn bewegen, plötzlich hervorsprießen’, ahd. furiskioʒan ‘hervor-, über etw. hinauswachsen’ (um 1000), mhd. vürschieʒen ‘vorschieben, hervortreten’; dann auch ‘einen Teil einer Zahlung sofort, im voraus aushändigen, leihen’ (16. Jh.); Vorschuß m. ‘Vorauszahlung’ (17. Jh.), ‘plötzliche Bewegung nach vorn’ (16. Jh.). verschießen Vb. ‘ein Geschoß abfeuern, daneben schießen’ (16. Jh.), übertragen (reflexiv) ‘sich plötzlich und unüberlegt verlieben’ (um 1800). zuschießen Vb. ‘helfend beisteuern, auf ein Ziel hin schießen’ (16. Jh.); Zuschuß m. ‘finanzielle Zuwendung’ (18. Jh.), frühnhd. ‘Hilfe, Begünstigung’; vgl. mhd. zuoschuʒ ‘Stoßflug (des Falken)’. Schuß m. ‘das Fortschleudern, Fortfliegen eines Geschosses, das Abfeuern einer Waffe, Knall, schnelle Bewegung, schnelles Wachstum, kleine Menge einer Flüssigkeit, die auf einmal zugegeben wird’, ahd. scuʒ ‘das Schleudern, Wurf, das Geworfene, Geschwindigkeit’ (9. Jh.), mhd. schuʒ ‘Stoß, Stich, Schuß, Lanzenwurf, schnelle Bewegung’, aengl. scyte, ablautende Abstraktbildung zum Verb. Abschuß m. ‘das Absenden, Abfeuern eines Geschosses, das Niederstürzen des Wassers, Abhang, Steilabfall’ (16. Jh.), ‘das Erlegen des Wildes’ (19. Jh.); abschüssig Adj. ‘steil abfallend’ (16. Jh.). Schießprügel m. verächtlich oder scherzhaft für ‘Gewehr’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anteilseigner Baukosten Betrag Bund DM Eigenkapital Eigner Etat Freistaat Geld Großaktionär Kapital Million Millionenbetrag Millionenhöhe Pfennig Rettung Senat Sponsor Steuergeld Steuermittel Steuerzahler Summe Tasche Treuhand jährlich kräftig monatlich nochmals schießen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zuschießen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wo dies nicht ausreicht, sollen die nationalen Regierungen Kapital zuschießen.
Die Zeit, 12.10.2011 (online)
Das Land schoss dem Unternehmen in 2003 rund 420 Millionen Euro zu.
Bild, 15.05.2004
Ihr Golf schoß auf ihn zu und hielt knapp einen halben Meter vor ihm.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 200
Rein finanziell betrachtet, waren sie für ihn ein Verlustgeschäft, zu jedem der Konzerte mußte er umgerechnet 1200 Rubel zuschießen.
Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 436
Durch das blaue Wasser kamen zwei steil aufgerichtete Schwanzflossen direkt auf sie zugeschossen.
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 172
Zitationshilfe
„zuschießen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zuschießen>, abgerufen am 23.04.2019.

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