zusprechen

Grammatik Verb · spricht zu, sprach zu, hat zugesprochen
Aussprache 
Worttrennung zu-spre-chen
Wortzerlegung zu- sprechen
Wortbildung  mit ›zusprechen‹ als Grundform: Zuspruch

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨jmdm. zusprechen⟩ zu jmdm. sprechen, auf jmdn. einreden
    1. ⟨jmdm. Trost, Mut zusprechen⟩ jmdn. mit Worten trösten, ermutigen
  2. 2. ⟨jmdm. jmdn., etw. zusprechen⟩ durch gerichtlichen Beschluss jmds. Anspruch auf jmdn., etw. anerkennen, jmdm. jmdn., etw. zuerkennen
  3. 3. ⟨dem Essen, Trinken zusprechen⟩ viel essen, trinken, das Essen, Trinken genießen
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdm. zusprechenzu jmdm. sprechen, auf jmdn. einreden
Beispiel:
er sprach ihr gut, beruhigend, ermutigend, freundlich zu
jmdm. Trost, Mut zusprechenjmdn. mit Worten trösten, ermutigen
Beispiel:
wir sprachen ihm Hoffnung zu
2.
jmdm. jmdn., etw. zusprechendurch gerichtlichen Beschluss jmds. Anspruch auf jmdn., etw. anerkennen, jmdm. jmdn., etw. zuerkennen
in gegensätzlicher Bedeutung zu absprechen
Beispiele:
man hatte bei der Scheidung das Kind der Mutter zugesprochen
das Erbe, Grundstück, der Nachlass wurde ihm gerichtlich zugesprochen
das Gericht sprach ihm mildernde Umstände zu
3.
dem Essen, Trinken zusprechenviel essen, trinken, das Essen, Trinken genießen
Beispiel:
er hatte gestern abend reichlich, übermäßig dem Alkohol zugesprochen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sprechen · Sprecher · absprechen · Absprache · ansprechen · Ansprache · Anspruch · besprechen · Besprechung · Einspruch · versprechen · Versprechen · Versprechung · zusprechen · Zuspruch
sprechen Vb. ‘reden’, ahd. sprehhan (8. Jh.), mhd. sprechen, asächs. sprekan, mnd. mnl. sprēken, nl. spreken, afries. spreka, aengl. sprecan (westgerm. *sprekan) und die r-losen Formen ahd. spehhan (9. Jh.), asächs. spekan, mhd. spehten ‘schwatzen’, aengl. specan, engl. to speak ‘reden’, mnl. spēken werden wie mnd. sprāken ‘Funken sprühen’, mnl. sparken, aengl. spearcian, anord. schwed. spraka ‘knistern, prasseln’ und die unter Sprache (s. d.) genannten Formen als Schallwörter mit alban. shpreh ‘ich spreche aus’, kymr. ffreg ‘Geschwätz’ und aind. sphū́rjati ‘donnert, grollt’, griech. spharagḗīsthai (σφαραγεῖσθαι) ‘knistern, zischen, strotzen, zum Platzen voll sein’, lit. (ablautend) sprógti ‘bersten, platzen’, ohne anlautendes s- kslaw. prъžiti, pražiti ‘rösten, dörren’, russ. (älter) prjážit’ (пряжить) ‘in Butter backen’ auf ie. *(s)p(h)ereg-, *(s)p(h)erəg-, *(s)p(h)rēg- zurückgeführt, eine g-Erweiterung der unter Sporn (s. d.) genannten Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, zappeln, schnellen’ (auch ‘streuen, sprengen, spritzen’, s. sprühen, Spur). Diese Wurzelerweiterung läßt sich nur im Germ. und Kelt. für den Bereich ‘sprechen’ nachweisen. Ungeklärt ist das Nebeneinander der germ. Formen mit und ohne r. Vielleicht handelt es sich um ein emphatisches r in jüngeren Formen oder um r-Ausfall zwischen Labial und ie. g? Sprecher m. ‘wer (als Beauftragter) spricht’, ahd. sprehhāri (11. Jh.), mhd. sprechære. absprechen Vb. ‘aberkennen, vereinbaren’, mhd. abesprechen ‘ein Urteil sprechen, aberkennen, leugnen, widerrufen’; Absprache f. ‘Vereinbarung’ (18. Jh.). ansprechen Vb. ‘anreden’, ahd. anasprehhan (11. Jh.), mhd. anesprechen ‘anfangen zu sprechen, in Anspruch nehmen, einen mit Worten (herausfordernd, beschuldigend, anklagend) angehen’, übertragen ‘gefallen, anrühren’ (Anfang 19. Jh.); Ansprache f. ‘kürzere Rede, Anrede’, in älterer Sprache ‘Anklage, Anspruch’, ahd. anasprāhha (9. Jh.), mhd. anesprāche; Anspruch m. ‘Anrecht, Forderung’, mhd. anspruch ‘Anklage, Einspruch’. besprechen Vb. ‘über etw. reden, etw. festlegen, rezensieren, (Krankheiten) beschwören, mit Zaubersprüchen zu heilen suchen’, ahd. bisprehhan ‘anfechten, tadeln, verleumden’ (8. Jh.), mhd. besprechen ‘verabreden, jmdn. anreden, anklagen, verlangen’; Besprechung f. ‘Gespräch, Beratung’ (16. Jh.), ‘Rezension, Behandlung von Krankheiten durch Beschwörung mit Zauberformeln’ (19. Jh.). Einspruch m. ‘Einwand, Protest, Widerspruch, Beschwerde’ (15. Jh.). versprechen Vb. ‘zusichern’, (reflexiv) ‘versehentlich falsch sprechen’, ahd. firsprehhan ‘in Abrede stellen, zurückweisen, vertreten, verteidigen, rechtfertigen’ (9. Jh.), mhd. versprechen ‘bürgen, verteidigen, entschuldigen, in Anspruch nehmen, zusichern, widersprechen, leugnen, zurückweisen, unrichtig sprechen, zaubern, beschwören’; Versprechen n. ‘Zusicherung, Gelöbnis’ (16. Jh.); Versprechung f. ‘Zusicherung, Versicherung, Gelöbnis’ (15. Jh.). zusprechen Vb. ‘trösten, zuerkennen, Speise und Trank sich schmecken lassen’, ahd. zuosprehhan ‘mit jmdm. reden’ (8. Jh.), mhd. zuosprechen ‘jmdm. zureden, zu jmdm. ein Wort sprechen, fordern, anklagen’; Zuspruch m. ‘Trost, Zulauf’ (17. Jh.), mhd. zuospruch ‘Anspruch, rechtliche Forderung oder Klage’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
(sich) laben (an) · (sich) stärken (an)  ●  (einer Speise / einem Getränk) zusprechen  geh. · (ordentlich) zulangen  ugs. · (sich) erquicken  geh. · (sich) gütlich tun (an)  geh. · reinhauen  ugs.
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) zuerkennen · (jemandem etwas) zusprechen

Typische Verbindungen zu ›zusprechen‹ (berechnet)

Alkohol Entschaedigung Entschädigung Familiengericht Friedensnobelpreis Genugtuungssumme Geschworene Geschworenengericht Iv-rente Kardinalsversammlung Kläger Klägerin Medizin-nobelpreis Mut Nobelpreis Oberlandesgericht Parteientschädigung Prozessentschädigung Publikationsbefugnis Schadenersatz Schadensersatz Schiedsgericht Schmerzensgeld Sorgerecht Trost Us-gericht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zusprechen‹.

Verwendungsbeispiele für ›zusprechen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber in zehn Jahren sei es wunderbar, sich an diesen nachträglich zugesprochenen Sieg zu erinnern. [Die Zeit, 30.09.2007 (online)]
Wir unterhielten uns freundschaftlich, der Mann schüttelte mir die Hand, sprach mir Mut zu. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1938. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1938], S. 115]
Die Jury sprach ihr am Abend den Silbernen Bären zu. [Die Zeit, 16.02.2013 (online)]
Aktuelle Gutachten sprechen der Asse nun noch eine Überlebensdauer bis 2020 zu. [Die Zeit, 09.01.2012, Nr. 02]
Dann spricht er mir gut zu, bis ich lachen kann. [Die Zeit, 25.07.2011, Nr. 30]
Zitationshilfe
„zusprechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zusprechen>.

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