zutun

GrammatikVerb · tat zu, hat zugetan
Worttrennungzu-tun (computergeneriert)
Wortbildung mit ›zutun‹ als Grundform: ↗Zutun · ↗zugetan
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. schließen
Beispiele:
ich habe die ganze Nacht, während der langen Reise kein Auge zugetan (= habe nicht geschlafen)
verhüllend sie hat die Augen für immer zugetan (= ist gestorben)
umgangssprachlich du sollst im Gehen den Mund zutun
Wird der Bischof das Schloß zutun, oder wird er es räumen lassen? [G. Hauptm.GeyerVorsp.]
2.
umgangssprachlich (einer Sache) etw. hinzufügen, dazutun
Beispiele:
du solltest (dem Kaffee) noch eine Prise Salz zutun
sie hat noch etw. Wasser zugetan
3.
landschaftlich sich [Dativ] etw. zutunsich etw. anschaffen, kaufen
Beispiel:
endlich hat er sich getraut, sich ein billiges Rind zuzutun [M. WalserHalbzeit774]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tun · tunlich · betulich · Tunichtgut · abtun · antun · umtun · vertun · zutun · Zutat
tun Vb. ‘eine Tätigkeit verrichten’, reflexiv (unpersönlich) ‘sich ereignen’. Das Verb (mit ehemals reduplizierenden Präteritalformen) ahd. (8. Jh.), mhd. tuon, asächs. mnd. dōn, mnl. nl. doen, aengl. dōn, engl. to do ‘tun’ setzt westgerm. *dō- voraus, eine wohl ablautende Form der Wurzel ie. *dhē- ‘setzen, stellen, legen’. Als Verwandte sind vergleichbar aind. dádhāti ‘setzt, stellt hin, legt’, griech. tithénai (τιθέναι) ‘stellen, setzen, legen’, lat. abdere ‘weggeben, -tun, entfernen, verbergen, verstecken’, addere ‘hinzutun, -fügen, vermehren’, condere ‘gründen, einlegen, bergen, bedecken’, facere (Perf. fēcī) ‘tun, machen’, air. dorat ‘hat gegeben’, lit. dė́ti ‘setzen, stellen, legen, hineintun, säen, pflanzen’, aslaw. děti ‘legen, setzen, stellen’, dějati ‘tun, verrichten’, russ. det’ (деть) ‘hinlegen, verbrauchen’. S. auch ↗Tat (mit anord. dāð und got. -dēþs, die Reflexe des im Nordgerm. und Ostgerm. nicht belegten Verbs zeigen) und ↗-tum. tunlich Adj. ‘zum Tun geeignet, ratsam, sinnvoll, zweckmäßig, möglich’ (16. Jh.). betulich Adj. ‘rührig, besorgt, zutraulich, beschaulich’ (18. Jh.), zu heute veraltetem betun ‘sich geschäftig zeigen, sich abgeben’, ahd. bituon ‘verschließen, zumachen, behandeln’ (8. Jh.), mhd. betuon ‘be-, einschließen’. Tunichtgut m. ‘wer öfters Unfug treibt, Taugenichts’ (17. Jh.), imperativischer Satzname; vgl. Thukeingut (1586), Thunichts (Stieler 1691). abtun Vb. ‘ablegen, mit Geringschätzung erledigen, ins reine bringen’, mhd. abetuon ‘entfernen, abschaffen, abstellen’, ahd. (zweifelhaft) abatuon ‘entfernen’ (9. Jh.). antun Vb. ‘anziehen, jmdm., sich etw. zufügen, bereiten, erweisen’, ahd. anatuon ‘anziehen, auflegen, aufsetzen, (Böses) zufügen’ (8. Jh.), mhd. anetuon ‘anlegen’, reflexiv ‘sich ankleiden’. umtun Vb. ‘umhängen, umlegen’, reflexiv ‘sich umsehen, sich erkundigen, sich bemühen’ (16. Jh.), mhd. umbetuon ‘herumbringen, von seiner Ansicht abbringen, überwinden’. vertun Vb. ‘verschwenden, vergeuden, ohne rechten Sinn verbrauchen, nutzlos zubringen’, reflexiv ‘sich irren’, ahd. firtuon ‘freveln’, reflexiv ‘sich vergreifen an’ (9. Jh.; vgl. ahd. firtān Part.adj. ‘schlecht, böse’, 8. Jh.), mhd. vertuon ‘aufbrauchen, verzehren, vergeblich tun’, reflexiv ‘sich versammeln, verschwenderisch leben, sich durch Handeln verfehlen’. zutun Vb. ‘hinzufügen, zusetzen, hinzulegen, schließen’, ahd. (8. Jh.), mhd. zuotuon; Zutat f. ‘zur Herstellung einer bestimmten Sache notwendiger oder wünschenswerter Bestandteil, Beigabe, Ergänzung’ (18. Jh.), zuvor ‘zweckvolles Tun’ (16. Jh.); vgl. mnd. tōdāt ‘Hinzufügung, Hilfe’.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die würden alle in der ersten Nacht kein Auge zutun.
Der Tagesspiegel, 03.08.1997
Er war müde und hätte dennoch kein Auge zutun können.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 57
Wenn ich gelandet sein werde, werden sich die Gebirge über mir wieder zutun.
Süddeutsche Zeitung, 05.01.1996
Ob die Taten mit den Schüssen etwas zutun haben, ermittelt jetzt die Polizei.
Bild, 02.09.2005
Zehn Minuten vor Ankunft in Bozen rief er den Schaffner zu sich, der es seinetwegen die ganze Nacht nicht wagte, ein Auge zuzutun.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 918
Zitationshilfe
„zutun“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zutun>, abgerufen am 22.10.2019.

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