zwangsweise

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung zwangs-wei-se
Wortzerlegung Zwang-weise
eWDG

Bedeutung

mit staatlicher, behördlicher Macht erwirkt
Beispiele:
eine zwangsweise Einquartierung, Evakuierung, Pensionierung
Juraeine zwangsweise Beitreibung unterlassener Zahlungen wird verfügt
ihre Wohnung wurde zwangsweise geräumt
gegen den Willen des Betroffenen unter Anwendung von Gewalt
Beispiele:
während des Krieges wurden Hunderttausende zwangsweise verschleppt
»Wenn Sie morgen nicht ... erscheinen, lasse ich Sie durch Polizeisoldaten zwangsweise hierherholen ...!« [ MoloEin Deutscher166]
ich schluchzte ... weil ich zwangsweise (= zwanghaft) denken mußte, wie das doch heute und hier ganz ähnlich zugehe [ G. Hauptm.Prosa4,269]

Thesaurus

Synonymgruppe
gezwungenermaßen · ↗notgedrungen · ob jemand will oder nicht · ↗unfreiwillig · wider Willen · ↗widerwillig · wohl oder übel · ↗zwangsläufig · zwangsweise  ●  (auch) gegen ihren Willen  weibl. · (auch) gegen seinen Willen  männl. · schweren Herzens  fig. · (eine / diese) Kröte schlucken (müssen)  ugs., fig. · (eine / diese) bittere Pille schlucken (müssen)  ugs., fig. · der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe (geflügeltes Wort)  geh. · in den sauren Apfel beißen (müssen und)  ugs., fig. · ↗nolens volens  geh., lat. · ↗zähneknirschend  ugs., fig.
Assoziationen
  • trotzig · ↗unfreiwillig · ↗ungern · ↗widerwillig  ●  schweren Herzens  ugs.
  • (klaglos) über sich ergehen lassen · (sich) (notgedrungen) arrangieren mit · (sich) abfinden (mit) · (sich) bescheiden (mit) · (sich) ergeben in · (sich) fügen (in) · (sich) in sein Schicksal ergeben · (sich) kleiner setzen · ↗ertragen · ↗hinnehmen  ●  (sich) schicken (in)  veraltet · (sich) d(a)reinfinden  geh., veraltet · (sich) dreinschicken (in)  geh., veraltend · keinen Aufstand machen  ugs. · ↗schlucken  ugs.
  • Akt der Verzweiflung · ↗Verzweiflungstat · aus der Not geboren (sein) · verzweifelter Versuch
  • (etwas) zu tun haben · (sich) genötigt sehen · (sich) gezwungen sehen · (sich) veranlasst sehen · genötigt sein · gezwungen sein · ↗müssen · nicht anders können, als... · nicht umhinkommen (zu) · nicht umhinkönnen (zu) · tun müssen  ●  (sich) bemüßigt fühlen (zu)  geh. · (sich) bemüßigt sehen (zu)  geh.
  • (es gibt) keine andere Möglichkeit · (es gibt) keinen anderen Ausweg · (sich) nicht vermeiden lassen · als einzige Möglichkeit (bleiben) · ↗alternativlos (sein) · das einzige sein, was geht · es gibt keine Alternative (zu) · es muss sein · keine andere Möglichkeit sehen · keinen (anderen) Ausweg finden · nicht anders können (und) · nicht umhinkommen (zu) · nicht umhinkönnen (um) · nichts anderes tun können (als) · unvermeidbar sein  ●  (an etwas) führt kein Weg vorbei  fig. · (an etwas) geht kein Weg vorbei.  fig. · (etwas) geht nicht anders  Hauptform · In der Not frisst der Teufel Fliegen.  Sprichwort · die einzige Möglichkeit sein  Hauptform · es sich nicht (immer) aussuchen können  Spruch · Es muss (einfach).  ugs., Spruch · Wat mutt, dat mutt.  ugs., Sprichwort, norddeutsch · anders geht's (nun mal) nicht  ugs. · nicht d(a)rum herumkommen  ugs.
  • (seinen) Widerstand aufgeben · ↗(sich) abfinden · keine (weiteren) Einwände erheben  ●  (zu allem) Ja und Amen sagen  ugs.
  • notgedrungen · ↗notwendigerweise · ↗unbedingt · ↗unvermeidlich · wohl oder übel · ↗zwangsläufig · ↗zwingend  ●  ↗nolens volens  geh., lat.
  • Beugemann · ↗Bückling · ↗Ergebenheitsbekundung · ↗Kniefall · ↗Kotau · ↗Kratzfuß · ↗Selbsterniedrigung · ↗Unterwerfung  ●  ↗Unterwerfungsgeste  Hauptform · ↗Proskynese  geh., veraltet, historisch
  • durch Anwendung von Gewalt · ↗gewaltsam · unter Anwendung von Gewalt · zwangsweise  ●  (durch / unter) Anwendung unmittelbaren Zwangs  fachspr., juristisch · (durch / unter) Anwendung von unmittelbarem Zwang  fachspr., juristisch · durch unmittelbaren Zwang  fachspr., juristisch
Synonymgruppe
durch Anwendung von Gewalt · ↗gewaltsam · unter Anwendung von Gewalt · zwangsweise  ●  (durch / unter) Anwendung unmittelbaren Zwangs  fachspr., juristisch · (durch / unter) Anwendung von unmittelbarem Zwang  fachspr., juristisch · durch unmittelbaren Zwang  fachspr., juristisch
Assoziationen
  • gezwungenermaßen · ↗notgedrungen · ob jemand will oder nicht · ↗unfreiwillig · wider Willen · ↗widerwillig · wohl oder übel · ↗zwangsläufig · zwangsweise  ●  (auch) gegen ihren Willen  weibl. · (auch) gegen seinen Willen  männl. · schweren Herzens  fig. · (eine / diese) Kröte schlucken (müssen)  ugs., fig. · (eine / diese) bittere Pille schlucken (müssen)  ugs., fig. · der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe (geflügeltes Wort)  geh. · in den sauren Apfel beißen (müssen und)  ugs., fig. · ↗nolens volens  geh., lat. · ↗zähneknirschend  ugs., fig.
  • aus der Wohnung vertreiben · ↗zwangsevakuieren  ●  ↗(zwangsweise) exmittieren  veraltet · ↗delogieren  österr. · ↗zwangsräumen  Hauptform · ↗(jemanden) entmieten  ugs., Jargon · auf die Straße setzen  ugs.
  • brachial · ↗gewaltsam · mit (roher) Gewalt · mit brachialen Methoden · unter Einsatz von Gewalt  ●  mit dem Vorschlaghammer  fig. · mit der Brechstange  fig. · mit schwerem Gerät  fig. · auf die harte Tour  ugs., salopp · gewalthaft  geh., auch figurativ · im Holzfäller-Stil  ugs., fig. · mit dem Holzhammer  ugs., fig.

Typische Verbindungen zu ›zwangsweise‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zwangsweise‹.

Verwendungsbeispiele für ›zwangsweise‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch die Stadt selbst griff auf die zwangsweise rekrutierten Helfer zurück.
Süddeutsche Zeitung, 18.12.1999
Er kündigte aber zugleich auch weiterhin zwangsweise Rückführungen von ausreisepflichtigen Personen an, die sich weigern, dieser Pflicht nach zu kommen.
Die Welt, 29.10.1999
Schon die Möglichkeit eines zwangsweisen Einsatzes wird in vielen Fällen die Anwerbung erleichtern.
o. A.: Siebenunddreißigster Tag. Freitag, 18. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 20663
In Deutschland zahlen wir für den staatlichen Schutz mit Steuern und zwangsweisem Militärdienst.
Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 190
Er sah die Einführung eines zwangsweisen Arbeitsdienstes für den Fall vor, daß die freiwillige Rekrutierung ausländischer Arbeiter erfolglos bleiben sollte.
o. A.: Achtzehnter Tag. Mittwoch, 12. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 28973
Zitationshilfe
„zwangsweise“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zwangsweise>, abgerufen am 15.01.2021.

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