zweckmäßig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungzweck-mä-ßig
WortzerlegungZweck-mäßig
Wortbildung mit ›zweckmäßig‹ als Erstglied: ↗Zweckmäßigkeit · ↗zweckmäßigerweise  ·  mit ›zweckmäßig‹ als Letztglied: ↗unzweckmäßig
eWDG, 1977

Bedeutung

dem erstrebten Ergebnis angemessen
Beispiele:
ein zweckmäßiger Anfang, Vorschlag, Weg
eine zweckmäßige Arbeit, Arbeitsteilung, Auswahl, Darstellung
ein zweckmäßiges Vorgehen
etw. für zweckmäßig erachten, halten
dafür lassen sich zweckmäßige Mittel finden, anwenden, einsetzen
diese Maßnahme erscheint mir ausgesprochen, durchaus, keineswegs zweckmäßig
daß dies in der Tat die zweckmäßigste Frage war ... um die Spur des seltsamen Geheimnisses zu verfolgen [E. T. A. Hoffm.6,79]
seiner Bestimmung entsprechend
Beispiele:
eine zweckmäßige Verwendung, Ernährung, Pflege, Versorgung
Geld, Nahrungsmittel zweckmäßig verwenden
wie kann man diesen Raum, Garten, die verfügbaren Gelder, die Arbeitszeit am zweckmäßigsten ausnutzen?
bequeme und zweckmäßig eingerichtete Bungalows
für die vorgesehene Verwendung geeignet
Beispiele:
zweckmäßige Hauskleider, Gartengeräte
eine zweckmäßige Maschine, Skiausrüstung
zweckmäßiges Schuhwerk
nützlich
Beispiele:
es wird zweckmäßig sein, es dürfte sich als zweckmäßig erweisen, erst die Meinung der Betreffenden kennen zu lernen
sie schenkt stets zweckmäßige Dinge
auch zweckmäßige Gegenstände können formschön sein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zweck · bezwecken · zwecklos · zweckmäßig · zwecks
Zweck m. ‘Ziel, Absicht, Sinn’, ahd. zwec, zwecki ‘Nagel, Pflock’ (um 800), mhd. zwec, zwic ‘Nagel, Stift aus Holz oder Eisen’, frühnhd. zweck, zwick ‘Nagel, Keil’, auch ‘Zwickel, zwickelartige Falte an einem Kittel’. Nur im Hd. heimisches Wort; von daher stammen nl. zwik ‘Nagel, Zapfen, Keil’, mnd. swick ‘Zapfen, Keil’ und (vielleicht über das Mnd.) schwed. svicka ‘Zapfen’. Herkunft unklar. Für die gewöhnlich angenommene Verwandtschaft (auf Grund des Anlauts) mit ↗Zweig und ↗zwei (s. d.) gibt es keinen hinreichenden Grund (ein vereinzelter Beleg zweck ‘Zweig’ aus dem 16. Jh. ist ungewöhnlich und nicht tragfähig). Im 15./16. Jh. bezeichnet Zweck den Befestigungsnagel der Zielscheibe beim Schießen (mit Armbrust oder Büchse); dieser gilt oft selbst als Ziel (vgl. den Zweck treffen, 16. Jh.). Von daher seit dem 17. Jh. übertragen ‘Ziel, Absicht, Beweggrund, erkennbarer Sinn’. Die Bedeutung ‘Nagel’ wird von ↗Zwecke (s. d.) übernommen (18. Jh.). bezwecken Vb. ‘beabsichtigen, zu erreichen suchen’ (18. Jh.). zwecklos Adj. ‘sinnlos, ohne Aussicht auf Erfolg, nutzlos’, seltener auch ‘ziel-, planlos’ (18. Jh.). zweckmäßig Adj. ‘dem Zweck entsprechend, angebracht, geeignet’ (18. Jh.). zwecks Präp. ‘zum Zwecke, mit dem Ziel’ (19. Jh.), behördensprachliche Bildung nach Mustern wie ↗behufs, ↗mittels u. ä.

Thesaurus

Synonymgruppe
zweckmäßig · ↗zweckmäßigerweise
Synonymgruppe
klar · ↗kühl · machbarkeitsorientiert · ↗nüchtern · ohne schmückendes Beiwerk · ↗pragmatisch · ↗ruhig · sachbetont · ↗sachlich · ↗schmucklos · ↗schnörkellos · ↗trocken · ↗vernünftig · zweckmäßig
Assoziationen
Synonymgruppe
zweckbestimmt · ↗zweckbetont · zweckmäßig
Synonymgruppe
dienlich · ↗empfehlenswert · empfiehlt sich · ↗patent · ↗praktikabel · ↗praktisch · praxistauglich · ↗zweckdienlich · zweckmäßig  ●  ↗geschickt  ugs., süddt.
Assoziationen
Synonymgruppe
einsetzbar · ↗funktional · funktionierend · ↗geeignet · ↗passend · ↗zweckdienlich · zweckmäßig  ●  viabel  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anordnung Arbeitsteilung Arbeitsweise Ausnutzung Einteilung Gestaltung Kleidung Organisationsform Verteilung Verwendung angebracht ausgestattet ausreichend bequem durchaus eingerichtet erachten erscheinen formschön geschmackvoll notwendig nüchtern nützlich rationell sinnvoll sparsam unzweckmäßig wenig wünschenswert zeitgemäß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zweckmäßig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei der Arbeit auf dem Lande ist eine besonders zweckmäßige Kleidung nötig.
Bartz-Friedenau, Marie Luise: Willst genau du wissen, was sich schickt? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 21817
Das Bett des Kindes sei einfach und zweckmäßig, nicht zu warm, auch nicht zu weich.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 946
Aber mehr noch als auf die Zahl kommt es darauf an, die zweckmäßigen Ausrüstungsgegenstände zu haben.
Goetz von Schüching, Ruth: Durch gute Lebensart zum Erfolg, Leipzig: Hesse & Becker 1932 [1925], S. 100
Das erweist sich in der Praxis nicht immer als zweckmäßig.
C't, 1999, Nr. 12
Die Form hat das zweckmäßige Gefäß für den Inhalt zu sein.
Reklame-Praxis, 1927, Nr. 10, Bd. 3
Diese zeichnen sich vor allem durch nüchterne, zweckmäßige Formen aus.
Süddeutsche Zeitung, 14.07.1999
Zitationshilfe
„zweckmäßig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zweckmäßig>, abgerufen am 15.11.2019.

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