zweifeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzwei-feln
GrundformZweifel
Wortbildung mit ›zweifeln‹ als Erstglied: ↗Zweifler  ·  mit ›zweifeln‹ als Letztglied: ↗anzweifeln
eWDG, 1977

Bedeutung

Zweifel haben, unsicher sein, etw. in Frage stellen
an etw. zweifeln
Beispiele:
ich zweifle nicht an seiner Zuverlässigkeit
er zweifelte nicht (daran), dass er sein Wort halten würde
an seinen Fähigkeiten ist nicht zu zweifeln
was man mir da erzählt hat, lässt mich an seinem Verstand zweifeln
ich zweifle, ob sie tatsächlich genau im Wörterbuch nachgesehen hat
ein zweifelndes Gesicht, eine zweifelnde Miene
sie begleitete ihre Worte mit einem zweifelnden Lächeln
Du hast gezweifelt an uns / Zweifle nicht länger: / Wir sind am Ende [BrechtMutter11]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zweifel · zweifeln · bezweifeln · verzweifeln · zweifelhaft
Zweifel m. ‘Bedenken an der Richtigkeit (eines Sachverhalts, einer Tat, einer Entscheidung)’, ahd. zwīfal, zwīval m. n. ‘Ungewißheit, Bedenken’ (8. Jh.), mhd. zwīvel m. ‘Ungewißheit, Unsicherheit, Wankelmut, Untreue, Verzweiflung’, mnd. twīfel m. n., mnl. twīvel, twīfel m., nl. twijfel m., got. tweifls m. (oder tweifl n.) ist Substantivierung des Adjektivs ahd. zwīfal, zwīval (8. Jh.), mhd. zwīvel, frühnhd. zweifel ‘ungewiß, unentschieden, strittig, ungläubig’ (bis 16. Jh., dann durch zweifelhaft, s. unten, abgelöst) und (als ja/jō-Stamm) ahd. zwīfali, zwīvali (8. Jh.), asächs. twīfli ‘zweifelnd’. Es handelt sich bei germ. *tweifla- um ein Kompositum, dessen erstes Glied sich an ie. *du̯ei-, Kompositionsform der unter ↗zwei (s. d.) dargestellten Grundform, anschließt. Das zweite Kompositionsglied entspricht ie. *plo-, einer Form der unter ↗falten (s. d.) genannten Wurzel ie. *pel- ‘falten’. Zu ie. *du̯eiplo- gehören germ. *tweifla- ‘einen zweigeteilten Sinn habend’, eigentlich ‘(unsicher bei) zweifach(er Möglichkeit)’, mir. dīabul ‘zweifach, doppelt’ und zu ie. *du̯iplo- griech. diplóos (διπλόος), lat. duplus ‘zweifach, doppelt’. Schwed. tvivel und dän. tvivl sind Entlehnungen aus dem Mnd. zweifeln Vb. ‘unsicher sein, nicht von der Richtigkeit eines Sachverhalts überzeugt sein’, ahd. zwīfalen (8. Jh.), mhd. zwīvel(e)n ‘in Ungewißheit sein, wankelmütig, untreu werden, verzagen, jmdn. in Verdacht haben’, asächs. twīflian, mnd. twīfelen, mnl. twīvelen, got. tweifljan neben ahd. zwīfalōn (8. Jh.), asächs. twīflon. bezweifeln Vb. ‘mit Zweifeln bedenken, nicht an die Richtigkeit glauben’, mhd. bezwīveln. verzweifeln Vb. ‘verzagen, die Hoffnung auf Besserung verlieren’, mhd. verzwīveln ‘die Hoffnung aufgeben’. zweifelhaft Adj. ‘ungewiß, fraglich, bedenklich’, mhd. zwīvelhaft.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer Sache) misstrauen · Zweifel hegen · ↗anzweifeln · ↗beargwöhnen · ↗bezweifeln · ↗in Frage stellen · in Zweifel ziehen · ↗infrage stellen · kaum glauben können (was man sieht) · kaum glauben können (was man zu hören bekommt) · nicht glauben (wollen) · skeptisch sein · zweifeln (an)  ●  (jemandem etwas) nicht abnehmen  ugs. · ins Reich der Fabeln verweisen  geh. · ↗nicht (so) recht glauben (wollen)  ugs.
Assoziationen
  • anrüchig · ↗fragwürdig · ↗halbseiden · nicht vertrauenswürdig · ↗obskur · ↗ominös · ↗undurchsichtig · ↗windig · ↗zweifelhaft · ↗zwielichtig  ●  ↗dubios  Hauptform · ↗dunkel  fig. · ↗lichtscheu  fig. · nicht (ganz) koscher  ugs.
  • darf man bezweifeln · ↗fraglich · ↗fragwürdig · kann bezweifelt werden · nicht einleuchtend · ohne Wahrheitsgehalt · ↗unglaubhaft · ↗unglaublich · ↗unplausibel · ↗zweifelhaft  ●  ↗unglaubwürdig  Hauptform · weder Hand noch Fuß haben  fig. · das kann mir (doch) keiner erzählen(, dass ...)!  ugs., Spruch · nichts dran  ugs.
  • argwöhnen · ↗beargwöhnen · ↗misstrauen · ↗verdächtigen · zweifeln  ●  ↗präsumieren  geh.
  • (ja) Herrschaftszeiten (noch einmal)! · (ja) ist das (denn) die Möglichkeit! · nicht zu glauben! · nun hör sich das einer an!  ●  (ja) isses denn möglich!  ugs. · das darf nicht wahr sein!  ugs. · das muss man sich mal vorstellen!  ugs., Spruch · nein, wie isses nun bloß möglich!  geh. · wie isses nu(n) bloß zu fassen!  ugs.
  • man glaubt es nicht (aber) · man will es kaum glauben · ↗unglaublich (aber)  ●  Man hat schon Pferde kotzen sehen (, direkt vor der Apotheke).  ugs. · Sachen gibt's (, die gibt's gar nicht)!  ugs. · kaum zu glauben, aber wahr  ugs. · was sagt man dazu!?  ugs.
  • (das) kannst du dir nicht vorstellen · nicht zu fassen · nicht zu glauben · ↗unfassbar · ↗unfasslich · ↗unglaublich  ●  nein so etwas!  ugs.
  • (etwas) bemerken · ↗(jemandem) auffallen · (jemanden) aufhorchen lassen · (jemanden) stutzen lassen · aufmerksam werden (auf) · hellhörig werden · stutzig werden
  • Zweifel anmelden · sich skeptisch äußern  ●  (etwas) mit einem Fragezeichen versehen  fig.
Synonymgruppe
argwöhnen · ↗beargwöhnen · ↗misstrauen · ↗verdächtigen · zweifeln  ●  ↗präsumieren  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufrichtigkeit Augenblick Beobachter Echtheit Ehrlichkeit Eignung Entschlossenheit Ernsthaftigkeit Existenz Experte Fähigkeit Glaubwürdigkeit Integrität Kompetenz Loyalität Notwendigkeit Nutzen Rechtmäßigkeit Richtigkeit Seriosität Sinn Verstand Wahrheitsgehalt Weisheit Wirksamkeit Zuverlässigkeit anzweifeln daran ernsthaft kaum

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zweifeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immer mehr Forscher zweifeln daran, dass es so einfach sein könnte.
Die Zeit, 01.07.2008, Nr. 27
Nun beginnt er zu zweifeln, mag ihre Filme nicht mehr sehen.
Der Tagesspiegel, 01.05.2005
Ich sagte nichts, wie immer, wenn mein Vater etwas anordnete, aber ich zweifelte daran.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 20
Ich zweifle nicht daran, daß doch alles sich zum Guten wenden wird, daß wir auch das alles überstehen werden.
Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 30.07.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0079
An dem guten Willen der Regierung kann man nicht zweifeln.
Jahrbuch des Vereins für Wissenschaftliche Pädagogik, 1911, Bd. 43
Zitationshilfe
„zweifeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zweifeln>, abgerufen am 15.09.2019.

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