Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

zweifeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung zwei-feln
GrundformZweifel
Wortbildung  mit ›zweifeln‹ als Erstglied: Zweifler  ·  mit ›zweifeln‹ als Letztglied: anzweifeln · bezweifeln
eWDG

Bedeutung

Zweifel haben, unsicher sein, etw. in Frage stellen
an etw. zweifeln
Beispiele:
ich zweifle nicht an seiner Zuverlässigkeit
er zweifelte nicht (daran), dass er sein Wort halten würde
an seinen Fähigkeiten ist nicht zu zweifeln
was man mir da erzählt hat, lässt mich an seinem Verstand zweifeln
ich zweifle, ob sie tatsächlich genau im Wörterbuch nachgesehen hat
ein zweifelndes Gesicht, eine zweifelnde Miene
sie begleitete ihre Worte mit einem zweifelnden Lächeln
Du hast gezweifelt an uns / Zweifle nicht länger: / Wir sind am Ende [ BrechtMutter11]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zweifel · zweifeln · bezweifeln · verzweifeln · zweifelhaft
Zweifel m. ‘Bedenken an der Richtigkeit (eines Sachverhalts, einer Tat, einer Entscheidung)’, ahd. zwīfal, zwīval m. n. ‘Ungewißheit, Bedenken’ (8. Jh.), mhd. zwīvel m. ‘Ungewißheit, Unsicherheit, Wankelmut, Untreue, Verzweiflung’, mnd. twīfel m. n., mnl. twīvel, twīfel m., nl. twijfel m., got. tweifls m. (oder tweifl n.) ist Substantivierung des Adjektivs ahd. zwīfal, zwīval (8. Jh.), mhd. zwīvel, frühnhd. zweifel ‘ungewiß, unentschieden, strittig, ungläubig’ (bis 16. Jh., dann durch zweifelhaft, s. unten, abgelöst) und (als ja/jō-Stamm) ahd. zwīfali, zwīvali (8. Jh.), asächs. twīfli ‘zweifelnd’. Es handelt sich bei germ. *tweifla- um ein Kompositum, dessen erstes Glied sich an ie. *du̯ei-, Kompositionsform der unter zwei (s. d.) dargestellten Grundform, anschließt. Das zweite Kompositionsglied entspricht ie. *plo-, einer Form der unter falten (s. d.) genannten Wurzel ie. *pel- ‘falten’. Zu ie. *du̯eiplo- gehören germ. *tweifla- ‘einen zweigeteilten Sinn habend’, eigentlich ‘(unsicher bei) zweifach(er Möglichkeit)’, mir. dīabul ‘zweifach, doppelt’ und zu ie. *du̯iplo- griech. diplóos (διπλόος), lat. duplus ‘zweifach, doppelt’. Schwed. tvivel und dän. tvivl sind Entlehnungen aus dem Mnd. zweifeln Vb. ‘unsicher sein, nicht von der Richtigkeit eines Sachverhalts überzeugt sein’, ahd. zwīfalen (8. Jh.), mhd. zwīvel(e)n ‘in Ungewißheit sein, wankelmütig, untreu werden, verzagen, jmdn. in Verdacht haben’, asächs. twīflian, mnd. twīfelen, mnl. twīvelen, got. tweifljan neben ahd. zwīfalōn (8. Jh.), asächs. twīflon. bezweifeln Vb. ‘mit Zweifeln bedenken, nicht an die Richtigkeit glauben’, mhd. bezwīveln. verzweifeln Vb. ‘verzagen, die Hoffnung auf Besserung verlieren’, mhd. verzwīveln ‘die Hoffnung aufgeben’. zweifelhaft Adj. ‘ungewiß, fraglich, bedenklich’, mhd. zwīvelhaft.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer Sache) misstrauen · (etwas) hinterfragen · Zweifel hegen · anzweifeln · beargwöhnen · bezweifeln · in Frage stellen · in Zweifel ziehen · infrage stellen · kaum glauben können (was man sieht) · kaum glauben können (was man zu hören bekommt) · nicht glauben (wollen) · skeptisch sein · zweifeln (an)  ●  (etwas) in das Reich der Fabel verweisen  geh. · (jemandem etwas) nicht abnehmen  ugs. · nicht (so) recht glauben (wollen)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
argwöhnen · beargwöhnen · misstrauen · verdächtigen · zweifeln  ●  präsumieren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
Schaden nehmen · leiden (Vertrauen) · nicht mehr vertrauen (auf) · zweifeln (an)  ●  Vertrauen verspielt haben  mediensprachlich, variabel
Assoziationen
Antonyme
  • vertrauen auf

Typische Verbindungen zu ›zweifeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zweifeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›zweifeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An dem guten Willen der Regierung kann man nicht zweifeln. [Jahrbuch des Vereins für Wissenschaftliche Pädagogik, 1911, Bd. 43]
Er mußte ihr sagen, daß sie recht gehabt hatte, an ihm zu zweifeln. [Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 267]
Ich glaube an mich, und gleichzeitig zweifle ich an mir. [Die Zeit, 17.02.2000, Nr. 8]
Nach einem Gang durch das Haus der Geschichte ist man bereit, an allem zu zweifeln. [Die Zeit, 03.12.1998, Nr. 50]
Später zweifelte sie sehr daran, ob es denn einen Sinn haben könne, ein solches Wissen noch einmal ausdrücklich in ihrem eigenen Kopf verkleinert anzusiedeln. [Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 90]
Zitationshilfe
„zweifeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zweifeln>.

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