zwielichtig
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungzwie-lich-tig (computergeneriert)
Ableitung vonZwielicht
Wortbildung mit ›zwielichtig‹ als Erstglied: ↗Zwielichtigkeit
eWDG, 1977

Bedeutung

undurchsichtig, nicht durchschaubar, suspekt
Beispiele:
er ist eine zwielichtige Person, Erscheinung, hat einen zwielichtigen Charakter
sie war in zwielichtige Gesellschaft geraten
er war in zwielichtigen Geschäften tätig
eine zwielichtige Haltung einnehmen
sein Verhältnis zu ihr war zwielichtig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zwielicht · zwielichtig
Zwielicht n. ‘Dämmerung’ (18. Jh.), hd. Nachbildung von nd. Twilicht, mnd. twēlicht; vgl. entsprechendes gleichbed. mnl. twee-, twe-, twilicht, mengl. engl. twilight. Gebildet mit ↗zwie- (s. d.) im Sinne von ‘auseinander, gespalten, halb, geteilt’, daher eigentl. ‘gespaltenes, halbes Licht, Helldunkel’; vgl. spätmhd. zwischenlieht (14. Jh.). Übertragener Gebrauch ‘Unbestimmtheit, Unklarheit’ setzt am Ende des 18. Jhs. ein. In neuerer Zeit (1. Hälfte 20. Jh.) steht der Ausdruck meist für ‘aus Tageslicht und dem Licht einer künstlichen Lichtquelle gemischtes Licht, Doppellicht’, indem der erste Wortteil an zwie- in seiner häufigeren Bedeutung ‘zweifach, doppelt’ angeschlossen wird. zwielichtig Adj. ‘undurchsichtig, unklar, nicht eindeutig, fragwürdig’ (2. Hälfte 19. Jh.), gebildet zum übertragenen Gebrauch des Substantivs.

Thesaurus

Synonymgruppe
suspekt · ↗undurchschaubar · ↗undurchsichtig · ↗verdächtig · ↗zweifelhaft  ●  ↗krumm  ugs., fig. · mit Vorsicht zu genießen  ugs. · nicht ganz astrein  ugs. · nicht ganz lupenrein  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
dämmerig · ↗funzelig (beleuchtet) · ↗halbdunkel  ●  ↗schummerig  ugs. · ↗schummrig  ugs.
Synonymgruppe
anrüchig · ↗fragwürdig · nicht (ganz) koscher · nicht vertrauenswürdig · ↗obskur · ↗ominös · ↗undurchsichtig · ↗windig · ↗zweifelhaft  ●  ↗dubios  Hauptform · ↗dunkel  fig.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Agenten Bauunternehmer Deal Detektiv Etablissements Figuren Finanzgeschäfte Geldgeschäfte Geschäftemacher Geschäftsleute Geschäftsmann Geschäftspartnern Geschäftspraktiken Gesellen Gestalten Immobiliengeschäfte Informanten Kunsthändler Lobbyisten Lokale Machenschaften Milieu Praktiken Psychiater Rolle Typen allerlei höchst minder schillernden

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DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Wirt erinnerte sich an zwei zwielichtige Gäste, die sich vor dem Überfall in seiner Pension eingemietet hatten.
Bild, 14.01.1999
Viele, die jetzt ausreisen wollen, lassen sich mit zwielichtigen Agenten ein.
Die Zeit, 05.04.1996, Nr. 15
Sie gelten als zwielichtig; denn man hat sich noch immer nicht daran gewöhnt, daß das heilige Gastrecht gegen Entgelt ausgeübt werden soll.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 130
In dieser zwielichtigen Atmosphäre wuchs Pompeius zum jungen Mann heran.
Heuß, Alfred: Das Zeitalter der Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 29591
Denn der Burghof, das sahen sie schon, war zwielichtig hell in diesem dämmernden Licht.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 290
Zitationshilfe
„zwielichtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zwielichtig>, abgerufen am 22.09.2017.

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